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	<title>Klipp | KARIN KLUG</title>
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	<description>Texte, Gedanken, Lyrik</description>
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		<title>Wohlfühltipps für die kalte Jahreszeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Karin Klug]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Dec 2016 10:26:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psychokram (Archiv)]]></category>
		<category><![CDATA[Klipp]]></category>
		<category><![CDATA[Winter]]></category>
		<category><![CDATA[wohlfühlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>(Veröffentlicht: Klipp, Nov.2016) &#160; Es gibt die warme Zeit des Jahres, die ab März, April ihre Fühler ausstreckt und dafür sorgt, dass Jacken und Stiefel im Kasten verschwinden und die ersten zaghaften Sonnenstrahlen winterbleiche Haut streicheln dürfen… und es gibt die kalte Jahreszeit. Die, die sich irgendwann im Herbst einschleicht, mit immer kälter werdenden Abenden, rauen Winden, trüben Tagen. Wenn Mützen und Mäntel wieder hervorgekramt werden, die Balkontüre geschlossen bleibt und stattdessen die Heizung ihren Dienst aufnimmt. Die Tage werden im Eilzugstempo kürzer, morgens beim Aufstehen ist es noch stockfinster, wenn man heimkommt ist es schon wieder dunkel. Während im Sommer gegen 17 Uhr der Nachmittag erst Fahrt aufnimmt, geht er im Winter um diese Zeit bereits in den Abend, was heißt, in die Nacht über. Und sonnen- und wärmeliebende Menschen frieren und frösteln nun fortwährend über Monate. Kälte und Dunkelheit nagen am Gemüt, das wissen wir. Wir werden faul und bequem, mögen nicht mehr rausgehen, versumpern auf der Couch und mampfen Kekse und Kuchen. Das wiederum drückt die Stimmung und wir haben noch weniger Lust auf irgendwas. Und so vergehen die Monate, bis es endlich wieder wärmer und heller…. Aber halt: das kann es doch nicht gewesen sein! Es muss doch auch in der kalten Jahreszeit möglich sein, wohlig und zufrieden seinen Alltag zu leben. Was also tun, um gut durch kurze, kalte Tage und  lange, noch kältere Nächte zu kommen? Die meisten von uns haben es gerne gemütlich. Kuschelige Decken und Pölster, Kerzen und Lichter, Musik und Düfte können daheim eine perfekte Wohlfühlatmosphäre schaffen. Und das darf man dann auch: es sich so richtig gemütlich machen! Auf die Couch knotzen &#8211; mit dem (aktuellen) Lieblingsbuch, Zeitschriften zum Schmökern, einer Kanne Tee und am besten noch dem Lieblingsmenschen zum Kuscheln. Ein bisschen dösen, ein bisschen träumen, plaudern, Musik hören, zwischen Pölstern versinken… ja, das kann was. Soll, darf und muss sein. Entspannung für Körper und Seele. Und dennoch: Irgendwann braucht es auch Zeit um hinauszugehen. In die Natur, an die frische Luft. Wenn der Himmel noch so trüb, die Pfützen noch so grau, der Schnee noch so matschig ist. Wenn es regnet und schneit. Dick einpacken ist dabei schon mal die halbe Miete. Und am besten fix einplanen, diese Rausgehzeiten, Gewohnheiten daraus machen. Manche gehen lieber für sich alleine, um den Kopf freizukriegen, manche tun sich leichter, wenn sie Gleichgesinnte haben, die auch mal für den entsprechenden Motivationskick sorgen. Wer dann von seinem Spaziergang heimkommt, spürt die wohltuende Wirkung sofort – und darf sich zur Belohnung auch gleich wieder auf die Kuschelcouch verziehen. … oder in die Badewanne abtauchen. Auch hier gilt: Man kann sich diese kleine Auszeit so angenehm wie möglich gestalten. Tür zu und passende Badezusätze, Kerzen, Musik, Cremen und Öle für die Haut danach – genießen Sie, was Ihnen guttut. Auch Sauna und Dampfbäder haben in der kalten Jahreszeit Hochkonjunktur. Nicht nur wegen Wärme und Wohligkeit, sondern unser Immunsystem freut sich ebenso über die Unterstützung. Und was Kuchen und Kekse betrifft: Ja, im Winter legen wir schon mal ein bisschen Reserve an, in Maßen kein Problem. Darüber hinaus können Suppen, Tees und Kompotte eine gute Basis bilden, um Heißhungerattacken vorzubeugen. Entscheidend ist der Genuss: Nicht nebenbei und unbegrenzt, sondern bewusst und gezielt genossen, nähren Braten und Kekse nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. In der kalten Jahreszeit gilt es bewusst einen Gang runterzuschalten. Nicht volles Programm und Dauerstress, sondern weniger und dafür mehr Pausen, mehr Zeit zum Innehalten, zur Ruhe kommen – manche Tiere halten ihren Winterschlaf, wir könnten zumindest auf „Sparmodus“ schalten. Und ja, all das braucht Zeit, Zeit, die wir uns nehmen sollten. Denn Genuss und Wohlfühlen geht nicht nebenbei, im Multitaskingverfahren zwischen einkaufen, telefonieren und Nachrichten schauen. Wohlfühlen heißt sich bewusst Zeit nehmen, innehalten, aussteigen aus dem Alltagshamsterrad &#8211; und wenn es nur für Minuten ist. Tief durchatmen und wieder bei sich ankommen. Sich Zeit nehmen heißt auch mal verzichten, nicht überall dabei sein müssen, nicht zu allem Ja sagen. Sondern auch mal bewusst eine Grenze ziehen, sich zurückziehen. Um dann mit neuer Kraft wieder dabei zu sein.</p>
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		<title>Der Mann meines Lebens</title>
		<link>https://www.klug.or.at/der-mann-meines-lebens/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karin Klug]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Nov 2013 11:15:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Essay, Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Klipp]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>(Veröffentlicht: Klipp, 2013)   Unter uns: Elke tut es und Gabi und Sonja tut es auch. Sabine und Jasmin würden es nie zugeben, aber sie tun es ebenso – sie suchen! Und ich suche ihn auch. Seit ich denken kann. Meinem besten Freund Carlo habe ich bereits im zarten Alter von knapp zehn erklärt, dass ich ihn nun endlich finden wolle, den Mann fürs Leben. In seinen Augen war das offensichtlich ein wenig zu fortschrittlich. Aber frau kann nie früh genug beginnen – immerhin bin ich bis heute nicht fündig geworden. Nicht, dass es nicht genug Männer gäbe. Interessante, gutaussehende, humorvolle Männer. Ich habe auch durchaus den einen oder anderen ausprobiert. Hatte ernsthafte Beziehungen, oberflächliche Affären, nicht haltbare one-night-stands, leidenschaftliche Verliebtheiten. Und allerlei sonstige Torheiten, die sich im Laufe eines Liebeslebens so ansammeln – bloß, der Mann meines Lebens war nicht darunter. Den hab ich noch immer nicht gefunden. Schön langsam frage ich mich schon, wo er sich denn wohl herumtreibt, der eine, einzige. Ich meine, es wird langsam Zeit, dass er sich blicken lässt. Er hatte schließlich genug Möglichkeiten, um sich auszutoben, Erfahrungen zu sammeln und draufzukommen, dass nur eine einzige Frau wirklich zu ihm passt, nämlich ich!  Jetzt müsste er mich halt nur noch finden. Und da ist er ein wenig nachlässig, habe ich den Eindruck. Ich meine, ich will mich ja nicht beschweren, aber bis heute hat er sich nicht blicken lassen. Er trödelt. Finde ich. Natürlich, ich will nicht drängeln, ich will uns ja alle Zeit lassen, die wir brauchen, um einander zu finden. Und es ist wichtig ausreichend Erfahrungen gesammelt zu haben, um zu wissen, was Mann alles nicht will, was Mann unbedingt will und was darüber hinaus auch noch ganz nett wäre. Der Mann meines Lebens soll schließlich ganz genau wissen, was er will, nämlich mich. Mit Haut und Haaren. Und er soll nichts unversucht lassen um mich zu finden. Zu erobern. Und schließlich an den Haaren in seine Höhle zu schleifen. Symbolisch gesehen (obwohl – gelegentlich kann so ein bisschen Höhlenschleifen ja ziemlich anregend wirken). Nun ja, allerdings wie gesagt, bisher hat er sich noch nicht blicken lassen. Ob er überhaupt weiß, was er zu tun hat? Ich will ihm ja nicht mangelnde Intelligenz oder Tatkraft vorwerfen – das mögen Männer nämlich gar nicht, sagt mein „So finden sie den Richtigen“-Ratgeber. Vielleicht ahnt er einfach noch nichts von seinem Glück? Und seiner Aufgabe. Nämlich, mich zu finden und glücklich zu machen. Was natürlich auch ihn glücklich machen wird. Ich bin schließlich, vice versa, die Frau seines Lebens. Und da sollte man doch meinen, dass der Mann meines Lebens nichts Wichtigeres im Sinn hätte als mich zu finden. Nun frage ich mich mittlerweile aber doch, ist er so ungeschickt, weil er noch immer nicht aufgetaucht ist. Sucht er ständig an den falschen Orten? Er müsste doch wissen, wo ich zu finden bin. Nämlich dort, wo auch er ist. Immerhin teilen wir viele Interessen. Wir sollten uns also ganz sicher über den Weg laufen. Und dann sollte er mich auf den ersten Blick erkennen… Ich mache doch auch, was ich kann, um mich &#8211; auf ganz natürliche Weise &#8211; von ihm finden zu lassen. Blicke den Herren aller Rassen und Klassen tief in die Augen, gehe mit ihnen Kaffee trinken oder lasse mich auf ein Glas Wein einladen und versuche herauszufinden, ob sie der Prinz sind&#8230; Ich küsse so manchen Frosch, aber nichts, bisher war er noch nicht darunter. Viel verlorene Liebesmüh, viele geküsste Frösche, kein einziger Prinz. Das betrübt mich. Ich meine, ich werde ja auch nicht jünger. Wenn er mich noch einigermaßen faltenfrei und knusprig erleben will, dann sollte er sich sputen. Sonst kann er mir eher dabei helfen, den Rollator zu schieben oder den Krückstock zu finden. Dann ist nichts mehr mit High-Life und rauschendem Sexleben. Und er wird schließlich auch nicht jünger. Mein Gott &#8211; was für eine Verschwendung. Wie viele heiße Nächte sind uns schon entgangen. Tage und Nächte. Anregende Gespräche. Vertraute Zärtlichkeiten.  Kuschelige Fernsehabende… Ich darf gar nicht daran denken. Also, mein Prinz, wo immer du dich gerade herumtreibst, es wird allmählich Zeit! Mach dich bereit. Ich warte an der Bushaltestelle, in der Sushi-Bar oder bei dieser wirklich hippen Vernissage da am kommenden Übermorgen… du erkennst mich an meinem erwartungsvollen Lächeln… So wie Elke, Gabi, Sonja, Sabine und Jasmin auch!</p>
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		<title>Liliane ist schön</title>
		<link>https://www.klug.or.at/liliane-ist-schoen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karin Klug]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Feb 2011 12:36:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Klipp]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>(Veröffentlicht: Klipp, 2011) Liliane ist schön. Liliane ist schlank. Liliane ist fleißig. Liliane hat immer etwas zu tun. Liliane arbeitet halbtags in einem kleinen Büro. Wenn die Kinder im Kindergarten sind. Mittags nach dem Büro holt sie die Kinder vom Kindergarten. Liliane kauft ein. Liliane versorgt den Haushalt. Liliane versorgt ihre zwei kleinen Kinder. Liliane versorgt ihren Mann (den vor allem). Liliane versorgt die Pflanzen, die Schwiegereltern, den Hund und die Nachbarin, wenn es ihr mal dreckig geht. Was öfter vorkommt. Liliane kümmert sich um alle und alles. Man mag Liliane. Weil sie hat immer Zeit. Immer ein offenes Ohr. Und ein hübscher Anblick ist sie obendrein. Manche beneiden Liliane. Was die alles hat. Was die alles kann. Liliane kann fast nicht mehr. Liliane ist am Ende ihrer Kraft. Liliane bemüht sich. Sie lächelt. Sie sagt: danke, gut, wenn man sie fragt, wie es ihr geht. Es geht ihr gar nicht gut. Liliane ist so erschöpft, dass sie manchmal gar nicht weiß, wie sie aufstehen soll. Wie sie ihren Haushalt bewältigen soll. Die Kinder schreien. Die Kinder sind hungrig. Die Kinder müssen zum Arzt. Liliane kann nicht mehr. Manchmal schreit Liliane mit den Kindern. Weil sie nicht mehr kann. Oft ist sie verzweifelt. So verzweifelt, dass sie am liebsten in den Wald rausgehen würde. Für immer. So lange gehen, bis sie umfällt. Und dann schlafen. Für immer. Liliane spricht nicht darüber. Mit niemandem. Keiner weiß, wie es Liliane geht. Keiner soll es wissen. Dass sie sich schäbig fühlt. Und wertlos. Dass sie – als einzige – weiß, wer weiß wie lange noch, dass sie nichts kann, dass sie zu schwach ist, unfähig, dumm. Sie kann nicht mithalten mit den anderen, denkt sie. Die anderen sind besser. Die schaffen ihr Leben. Denkt sie. Liliane schafft es nicht. Sie weiß nicht, wie sie es schaffen soll. Sie tut alles für andere. Sie tut nichts für sich. Alle bewundern Liliane. Ihr Mann ist stolz auf sie. Auf seine hübsche, tüchtige Frau. Liliane dreht sich weg in der Nacht, wenn er sie berühren will. Liliane kann nicht schlafen. Sie liegt wach und denkt nach, was sie machen soll. Wie sie alles schaffen soll. Wo sie die Kraft hernehmen soll. Sie ist verzweifelt. Sie weint nicht mehr. Sie liegt nur stumm im Bett. Manchmal steht sie auf in der Nacht, geht in die Küche, räumt das Geschirr aus dem Geschirrspüler, setzt sich an den Küchentisch, lässt den Kopf in die Hände sinken und starrt die Tischplatte an. Liliane isst nicht sehr viel. Sie hat Probleme mit dem Magen. Ihr ist oft schlecht, sie hat Bauchkrämpfe, die Hände zittern dann. Der Arzt hat sie mehrfach untersucht. Sie schluckt Magenmedikamente. Und Herztropfen. Weil ihr Herz manchmal so rast, dass sie in Panik verfällt. Die Kopfschmerzen hat sie gar nicht erwähnt beim Arzt. Damit lebt sie einfach. Daran hat sie sich schon gewöhnt. Nur manchmal werden sie so unerträglich die Kopfschmerzen, dass sie sich stärkere Schmerzmittel besorgt. Ihre Hände zittern oft. Und der Druck auf der Brust steigt. Dann fällt ihr das Atmen schwer. Liliane will nicht aufgeben. Sie will nicht, dass andere schlecht von ihr denken. Dass sie nichts zustande bringt. Dass sie wehleidig ist. Deshalb spricht Liliane mit niemandem. Sie versucht anderen zu helfen. Für andere da zu sein. Bis sie eines Tages nicht mehr da ist. Sie ist jetzt in Zimmer 105. Geschlossen. Für längere Zeit.</p>
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