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	<title>Kultur | KARIN KLUG</title>
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	<description>Texte, Gedanken, Lyrik</description>
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		<title>Es gibt sie ja doch: Vergessene Frauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Karin Klug]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Feb 2026 11:37:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Essay, Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Autor*in]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin geboren und aufgewachsen in einer Welt der Männer. Auch wenn ich über viele Jahre abgeschirmt war in Mädchenschule- und Internat – draußen bestimmten Männer das Weltgeschehen, Männer regierten die Welt. Die Welt und die Politik, die Geschäfte und die Wirtschaft, die Stadt-, Verkehrs- und Raumplanung. Den Entwurf und Bau von Häusern und Wohnungen. Die Geldgeschäfte. Die Vergabe von staatlichen Leistungen. Die Personalauswahl in Ämtern, Schulen, Krankenhäusern. DER Chef war männlich. DIE Sekretärin war weiblich. Wer Karriere machte, bestimmten die Männer. Wer in den Medien erwähnt, ausgezeichnet wurde, war von Männern auserwählt. Sportler, Komponisten, Maler, Architekten. Schriftsteller, Geistliche, Dichter und Denker. Erfinder, Ärzte, Soldaten. Eine Welt voller Männer. In den Schul- und Geschichtsbüchern – Männer. Religion, Philosophie, Medizin – nichts als Männer. Technik und Forschung – Männer. Frauen kamen in dieser Welt, in der ich aufgewachsen bin, nicht vor. Nicht im Draußen, in der Öffentlichkeit. Natürlich, in der Mädchenschule haben die längste Zeit nur Frauen unterrichtet – Nonnen. Der einzige Priester vor Ort – ein Mann. In den Häusern und Gärten, hinter den Wänden und Zäunen, da lebten die Frauen. Kümmerten sich um Mahlzeiten, Gesundheit, Ordnung, die Erziehung der Kinder, um frisch gewaschene Wäsche. Manche Frauen „durften“ arbeiten gehen, andere nicht. Ich erinnere mich an mein Staunen, als ich zum ersten Mal zu einer Ärztin kam. Einer Polizistin begegnete. Professorinnen auf der Uni. Meinungsmacherinnen in den Medien. Ich hatte keine Rollenvorbilder, keine Modelle. Frauen waren kaum präsent in der Öffentlichkeit. Und wenn dann als model-beautys, als Laufstegschönheiten, als Aufputz am Arm alter Männer. In der Werbung duften sie lächelnd das Putztuch schwingen. Oder sich halbnackt auf diversen Plakaten rekeln. Nur langsam tauchten die ersten von ihnen in meiner Welt auf: Anne Frank und Simone de Beauvoir. Kleopatra. Silvia Plath und Luise Rinser. Hannah Arendt. Josephine Baker. Anais Nin. Inge Morath. Pina Bausch. Marie Curie und Frida Kahlo. Eva Peron und Hildegard von Bingen. Mutter Teresa und Maria Callas. Jane Goodall. Die Bachmann. Ganz allmählich wurden Frauen sichtbar. Für mich erkennbar. Tauchten auf aus der Versenkung. Es gab sie ja. Frauen, die außergewöhnliches geleistet hatten. Die sich ihren Platz in Schul- und Geschichtsbüchern erobert, verdient hatten. Oder hätten. Denn: wenn ich als junge Frau im Klassikkonzert saß &#8211; da gab es den Dirigenten. Die Musik verschiedenster Komponisten. Musiker. Dass auch Frauen zu komponieren verstehen, dirigieren, ein Instrument spitzenmäßig spielen können, das musste auch in meinem Denken erst langsam Platz finden. Das ist bis heute noch nicht selbstverständlich in unserer so zivilisierten Welt. Doch es hat sich einiges getan in den vergangenen Jahrzehnten. Frauen nehmen sich langsam ihren Platz. Werden genannt, bekannt. Noch immer zu wenig, noch lange nicht im gleichen Ausmaß wie Männer. Doch es gibt immer mehr großartige Frauen, von denen wir erfahren. Und es gibt immer mehr großartige Frauen, die sich darum kümmern, dass wir von anderen Frauen erfahren. Von ihren Leistungen, ihrem Wirken, ihren Erfindungen, ihrer Kunst, ihrem Engagement. Eine dieser großartigen Frauen, die andere Frauen ins Licht holen, dem Vergessen entreißen, ist Birgit Ebbert. Sie hat im Juni 2023 einen Blog gestartet, auf dem sie Frauen vorstellt, die bislang wenig bis gar nicht bekannt sind. Deren Erfolge, deren Lebenswerk totgeschwiegen wurden. Null Information. Null Erwähnung. Ausgelöscht. Umso großartiger diese Initiative von Birgit Ebbert: den vergessenen Frauen der Geschichte wieder und endlich ihren Platz einräumen. Anerkennung zukommen lassen. Die Auswahl ist, wie die Autorin schreibt, subjektiv, zufällig &#8211; und groß. Birgit Ebbert recherchiert lange, viel und genau &#8211; und sie hat schon einiges erreicht mit ihren „Ausgrabungsarbeiten“. Da tauchen Namen auf wie: Aenne Brauksiepe, Amalie Zepheryne Salm-Kyrburg, Anna Mettbach, Carola Karg, Carola von Braun, Cato Bontjes van Beek, Charlotte Israel, Elisabeth Haines, Elisabeth Schmidt, Elisabeth Selbert, Ellisabeth Schwarzkopf, Else Ury, Erika Mann, Erna Brehm, Eva Niestrath-Berger, Frieda Nadig, Gerda Taro, Germaine Tillion, Gertrud Arndt, Gretel Maraldo, Helene Wessel, Helga Schuchardt… und noch unzählige andere. Es lohnt sich allemal, auf diesem Blog zu stöbern – das ist Geschichtsschreibung mal anders. Was bisher unerwähnt und unbenannt geblieben ist, hier wird von ihnen erzählt: den Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Aktivistinnen und Widerstandskämpferinnen, den Unternehmerinnen, Schriftstellerinnen, Pädagoginnen, Sozialreformerinnen… es gibt sie nämlich doch!!! Ein großes Danke an Birgit Ebbert! <a href="http://www.vergessene-frauen.de">www.vergessene-frauen.de</a></p>
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		<title>Liebes Jahr 2025</title>
		<link>https://www.klug.or.at/liebes-jahr-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karin Klug]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Dec 2025 08:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alltagsallerlei]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
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		<category><![CDATA[Künstler*in]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Krusche]]></category>
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		<category><![CDATA[Tanz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Du neigst dich dem Ende zu und es wird Zeit Abschied zu nehmen. 365 Tage hast du mir geschenkt. Tage voller Aufruhr, Hektik, oftmaliger Verzweiflung, Überforderung, aber auch zunehmend Tage der Ruhe, des einkehrenden Friedens, der Erholung. Du warst anstrengend, keine Frage. Doch nach der noch etwas heftigen ersten Jahreshälfte durften sich die Belastungen für mich allmählich reduzieren, auflösen. Konkret. Mein Elternhaus wurde verkauft, eine sehr sympathische Familie mit 4 Kindern hat übernommen und kann nun das Haus und den großen Garten, den einstigen Lieblingsort und Kraftplatz meiner Mutter, bewohnen, mit Leben erfüllen. Die Formalitäten &#38; to-dos haben sich noch über Monate hingezogen, bis Sommer dann war jedoch alles geschafft und abgeschlossen. Mein Vater ist gut in seinem neuen Zuhause angekommen. Und hat dort bereits Freundschaften geknüpft und ein sehr aktives Leben begonnen. Ich konnte langsam in meinen Alltag zurückfinden. Wobei: das frühere Leben &#8211; als Psychologin, als Journalistin &#8211; das habe ich in Pension geschickt und hinter mir gelassen. In diesem Jahr 2025 ging es darum, einen neuen Alltag zu gestalten. Mich neu zu orientieren, künftige Lebenswege, Möglichkeiten abzutasten. Ein Jahr des Umbruchs also. Altes verabschieden, wo Neues oft noch nicht sichtbar war. Ideen sind erst langsam wieder aufgetaucht, Wünsche, alte und neue Träume. Was geblieben ist: Ich lerne weiterhin Französisch mit der App Duolingo, nicht viel, aber konsequent jeden Tag. Meine heimliche Liebe zu Paris, Frankreich, der französischen Sprache, die darf wieder Raum greifen in mir… da kann noch vieles kommen. Auch das Tanzen hat wieder Platz gefunden in meinem Leben. Nach ein bisschen suchen und herumprobieren bin ich bei der wunderbaren Sandra Höpfner gelandet, die an der Oper Graz Ballett 55+ anbietet &#8211; wir sind jetzt schon eine tolle Gruppe, die mit Begeisterung dabei ist… und ordentlich gefordert wird. Weiterhin Fixpunkte in meinem Alltag: Yoga mit Mady Morrison und Qigong (dank Frank Ranz und Romana Maichin-Puck) Ich habe meine Spaziergänge wieder aufgenommen. Und versuche dabei immer weitere Kreise zu ziehen. Das Flanieren gefällt mir. Gerne auch in Gesellschaft. Es spricht sich gut beim gemeinsamen Gehen. Denn endlich hat sich auch Zeit gefunden für (alte und neue) Freundinnen und Freunde. Es gab viele Treffen in den letzten Monaten, schöne Begegnungen, plaudern, den Faden wieder aufnehmen. Ich fühle mich angekommen, angenommen &#8211; angedockt in meinem sozialen Leben. Selbst über facebook sind einige freundschaftliche Kontakte dazugekommen, die langsam ins Realleben hinüberwachsen. Im August war ein kleiner Urlaub drin, in St. Georgen am Längsee in Kärnten, ein Kraftort, den ich von früheren Reisen kenne und schätzen gelernt habe. Ein lieber Freund und Nachbar, Karl Herndl, hat mich weiterhin mit seinen Energiebehandlungen verwöhnt und mir geholfen, wieder zu Kräften zu kommen. Ich habe mir einen Ausweis für die Grazer Stadtbibliotheken geholt, die ich ganz neu für mich entdeckt habe und künftig reichlich genießen möchte. Endlich fand sich auch wieder Zeit Kulturveranstaltungen zu besuchen, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen. Nur ins Kino habe ich es schon länger nicht mehr geschafft – daran arbeite ich noch. Dann habe ich noch mit großer Begeisterung eine Komponistin und einen Komponisten für mich entdeckt: Fanny Hensel und Arvo Pärt. Tja, und zu meiner Arbeit mittlerweile: Nach einer Erholphase habe ich mich nun aufgerappelt und bin dabei mich neu aus- und einzurichten. Denn jetzt darf die Autorin/Lyrikerin in mir endlich aufleben. Habe peu á peu meine Webseite umgearbeitet, mich umgesehen, was wie wo so läuft, was mich anspricht, wo es mich hinzieht. Ich bade in Unmengen an Texten und Skizzen, die im Lauf der Jahre entstanden sind und habe heuer angefangen, diese zu sichten, zu ordnen, zu überarbeiten, zu löschen oder zu veröffentlichen. Seit ich mein 1. Buch veröffentlicht habe (2020) liegt schon länger ein Band Erzählungen bereit, der nun fällig ist. Fünf Manuskripte wurden auf den Weg zu Verlagen gebracht &#8211; fix geplant sind die Erzählungen und ein weiterer Lyrikband, die Frage ist nur noch, über welchen Verlag sie herausgebracht werden. Ich war/bin bei einigen Kunstprojekten beteiligt (Zeit.Raum in Gleisdorf, Tanztheater Anastasia Ferrer, mini fabula usw.) &#8211; mit dem Autor und Kulturschaffenden Martin Krusche ist eine intensive, lebhafte Zusammenarbeit entstanden, die mich inspiriert und motiviert. Über den Autor &#38; Lyriker Michael Eschmann ist ein schöner Kontakt nach Deutschland gewachsen, den ich sehr schätze. Und ich bin nach wie vor im Verein Steirische Autoren (und Autorinnen) aktiv, bin bei Lesungen dabei und betreue unseren Büchertisch, so oft es geht. Veröffentlichungen gab es 2025 nur wenige: zwei Beiträge in der Anthologie „365 Tage Frieden“, ein paar Kurzzeiler in der Literaturzeitschrift „Die Feder“. Auf „Sechzehn Seiten“ (online Literaturzeitschrift) durfte ich 16 Fragen beantworten, ein Gedicht wurde veröffentlicht. Zu guter Letzt habe ich (schon 2024) dank Martin Krusche im Austria Forum ein Plätzchen gefunden, das auch heuer mit Texten &#38; Lyrik bestückt wurde (karin &#124; Volkskultur und triviale Mythen &#124; Kunst und Kultur im Austria-Forum). Zusammen mit Martin Krusche habe ich das Kunstprojekt VENUS.IM DIALOG entwickelt: venus &#124; Volkskultur und triviale Mythen &#124; Kunst und Kultur im Austria-Forum, wo ebenfalls Texte und Gedichte, auch Dialoggedichte veröffentlicht sind. Ich war/bin auf Facebook aktiv, finde es sehr spannend, was sich hier tut, wie viel kreatives Potential sich (unter KünstlerInnen und Kunstinteressierten) zeigt &#8211; sehr oft entsteht ein schöner Austausch, ein liebevolles gegenseitiges Wertschätzen. Und so geht dieses Jahr für mich zu Ende: mit einem tiefen Seufzer. Die ganz grausigen Zeiten liegen hinter mir, ich kann wieder durchschnaufen. Manchmal macht sich sogar sowas wie Vorfreude breit: juchu, ein neues Leben! Platz für neue Ideen, Pläne, ganz neue Chancen, Möglichkeiten&#8230; Was ich mir wünsche/vornehme für 2026: mindestens 1 Buch (besser 2) veröffentlichen, kleine Kunstprojekte, Lesungen, einfach wieder eintauchen in die Kultur/Literaturwelt, viel lesen, Kontakte, Austausch, Diskussionen, ein lebendiges Miteinander. Wieder leben&#8230; mich auf mein Schreiben konzentrieren (und neugierig schauen, was da so auf mich zukommt, was von mir angegangen werden will). Noch ist so vieles offen, viel Luft nach oben&#8230; vielleicht ein Teilzeitjob im Kulturbereich, der mir Freude macht, wieder mehr reisen, mich bewegen in der Natur, weiter lernen, offen bleiben für das, was da kommen mag&#8230; ich bin zuversichtlich. &#160; ***** links: <a href="https://austria-forum.org/af/Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/karin">karin &#124; Volkskultur und triviale Mythen &#124; Kunst und Kultur im Austria-Forum</a> <a href="https://austria-forum.org/af/Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/venus">venus &#124; Volkskultur und triviale Mythen &#124; Kunst und Kultur im Austria-Forum</a> Martin Krusche <a href="https://austria-forum.org/af/Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kru">kru &#124; Volkskultur und triviale Mythen &#124; Kunst und Kultur im Austria-Forum</a> Mady Morrison <a href="https://www.youtube.com/channel/UCHJBoCDxaCTRrwCHXEBA-BA">Mady Morrison &#8211; YouTube</a> Frank Ranz <a href="https://online-qigong.at/">Qigong Online Kurse – Frank Ranz</a> Romana Maichin-Puck <a href="https://www.romanamaichin-puck.at/">Romana Maichin-Puck</a> Karl Herndl <a href="https://www.dein-spiritueller-helfer.at/">Energetiker mit spiritueller Prägung &#8211; deine Selbstheilungskräfte zu stärken</a> <a href="https://www.klug.or.at/16-fragen-16-antworten/">16 Fragen – 16 Antworten &#124; KARIN KLUG</a></p>
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		<title>Gedankenspaziergänge &#8211; über das Schreiben</title>
		<link>https://www.klug.or.at/gedankenspaziergaenge-ueber-das-schreiben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karin Klug]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Jul 2025 12:12:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alltagsallerlei]]></category>
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		<category><![CDATA[Austria Forum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Waldspaziergang gestern. Und intensive Gespräche übers Schreiben. Über das kulturelle Leben im Allgemeinen, ein künstlerisches Dasein im speziellen. Wie und wo kann man/frau sich verorten in diesem weitläufigen Universum? Wie und wo will ich mich verorten? Welche Position/en beziehen, wo andocken? Wie Neues schaffen, wo es nicht schon genug gäbe. Ideen wären da, wachsen allmählich wieder, noch grobe, unausgegorene, auszubrütende. Du meinst, ich solle über diesen Prozess berichten. Ihn dokumentieren quasi. Du suchst den Erkenntnisgewinn, das Neue, Unerforschte. Wie ist es heute, wenn Kunstschaffende, Künstler*innen neu/wieder in den Startlöchern stehen? In die Welt hinausdrängen. Noch dazu in dem Alter! Ein alter (Kultur)Hase und ein – nun ja, junges Küken bin ich wohl nicht mehr. Aus anderen Lebenswelten kommend. Im Austausch miteinander. Im Disput, um Worte ringend, um Verstehen, Verständnis, eine gemeinsame Sprache sich mühend. Ich schreibe seit Kindheitstagen. Tagebücher (das Archiv umfasst rund 50 Jahre), Geschichten, Briefe, Essays, Portraits, Lyrik etc. etc. Lange Jahre habe ich als freie Journalistin gearbeitet. Anfangs hieß es immer nur: davon/damit kannst du nicht leben, nicht überleben. Du brauchst einen Brotberuf. Also habe ich mir einen Brotberuf gesucht… von dem es allerdings anfangs auch hieß: was willst du denn damit machen? Davon kann man nicht leben. Ich habe als Psychologin gearbeitet. Und als Journalistin. Zwei ziemliche brotlose Berufe dereinst. Mittlerweile beides anerkannt. Und wichtig. Durchaus als Grundpfeiler in unserer Gesellschaft verankert. Und ich bin ausgestiegen. Aus beiden anfänglich so brotlosen Brotberufen. Ich will mich weiterhin mehrheitlich der Literatur widmen, meinen Texten, Prosa wie Lyrik. Aber: Werte, Wünsche, Voraussetzungen, Vorgaben habe sich verändert. Die Kulturlandschaft hat sich verändert. Heute kann man/frau Autor*in als Beruf tatsächlich in Betracht ziehen. Überleben damit (gelegentlich zumindest). Es gibt Stipendien, Literaturpreise, Ausbildungen, Ausschreibungen, Workshops. Es gibt Lesungen, events, Förderungen, Buchprojekte. Es gibt social media. Und ich? Die verzweifelte Frage von früher, von vielen Schreibenden nach welchem Verlag denn nun, die stellt sich derweil für mich nicht (mehr). Das soll nicht Lebensaufgabe sein – einen Verlag zu finden, der vielleicht das eine oder andere oder gar nichts davon publiziert. Aber was dann? Kenne ich die Kulturlandschaft in der Steiermark, in Österreich, im deutschsprachigen Raum? Die Literaturlandschaft? Wohl kaum. Ziemlich unüberschaubar, das Ganze. Da will und kann ich mich auch gar nicht drüber trauen. Soll ja auch nicht meine Voraussetzung sein. Es gibt viele verschiedene Grüppchen, meine ich zu erkennen. Bekanntere Autor*innen, Kulturmacher*innen, professionellere, amateurhaftere, engagierte, Dauerbrenner, kurze Sternschnuppen, tiefsinnige, humoreske, strategische, chaotische, Selbstverliebte, Großauftretende, Stille, Lärmende, Unsichtbare, Dauerleuchten. Es gibt die, die das Sagen haben, die, die sich Nischen suchen, die, die ein Budget haben und die, die keines haben, die, die alles alleine machen, die, die sich zusammenrotten und -raufen, als Rudel auftreten. Es gibt den mainstream, den underground, die Avantgarde, Revoluzzer*innen, Newcomer, längst Verstorben- und wieder Ausgegrabene. Es gibt die Hoch-Geliebten und die Tief-Fallengelassenen. Ganz zu schweigen von den in-Vergessenheit-Geratenen. Und noch einige mehr. So. Und wo, bitte schön, kann und will ich mich da nun einordnen? Ähm. Nicht gerade verlockend, einladend, dieses Terrain. So auf den ersten Blick. Geschlossene Gesellschaft nur allzu oft. Andererseits: ein breites Spektrum. Platz für vieles. Eigene Wege suchen. Kontakte. Netzwerke. Austausch. Im Kleinen. Es gibt sie wohl, die offenen Türen, die einladende Hand, das großzügige Entgegenkommen. Mentoring. Das Miteinander, das Teilen, das Zusammenarbeiten. Wo mag ich also hingehören, mich wiederfinden? Und dann schließlich das Alter? Als über 60-Jährige durch die österreichische Literaturlandschaft brausen? Wahrgenommen werden? Sich Gehör verschaffen? Ha, lustig! So weit sind wir derweil noch nicht. Was mich aber nicht abhalten soll von meinem Tun. Ich tue also weiter. Schreibe weiter. Auf meiner Homepage. Im Austria Forum, dem archipelischen Netzwerk, auf meiner neuen Seite VENUS.IM DIALOG, auf facebook. In Literaturzeitschriften, Anthologien, in der online-Welt. Überall, wo sich mir ein Plätzchen, Raum auftut… Die Waldspaziergänge, die Gespräche, die Gedanken werden weitergehen. Wohin – das ist noch ungewiss. Ergebnisoffen. &#8212;&#8211;kann fortgesetzt werden&#8212;&#8211; &#160; (Veröffentlicht im Austria Forum, Juli 2025: <a href="https://austria-forum.org/af/Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/karin">karin &#124; Volkskultur und triviale Mythen &#124; Kunst und Kultur im Austria-Forum)</a></p>
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