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	<title>Trauer | KARIN KLUG</title>
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	<description>Texte, Gedanken, Lyrik</description>
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		<title>Wenn du wiederkommst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Karin Klug]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jun 2016 12:31:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchbesprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anna Mitgutsch: Wenn du wiederkommst. Roman. München (Luchterhand) 2010. &#160; Ich weiß nicht genau, warum ich gerade nach diesem Buch gegriffen habe, aber Titel und Cover haben mich irgendwie angesprochen… und zufällig aufgeblätterte Sätze wie diese: “Die Tage im Mai sind sehr lang, sie reichen an beiden Tagesenden weit in die Nacht hinein.” Ein Sprache, die mir sofort unter die Haut geht, die etwas in mir berührt, mich eine Atmosphäre spüren lässt ohne dass es näherer Erklärungen bedarf. “Wenn du wiederkommst” heißt das Buch der Linzer Autorin Anna Mitgutsch. Ein Frau erzählt von der Liebe ihres Lebens. Eine nahezu lebenslange Liebe. Doch das Buch beginnt damit, dass der Partner überraschend stirbt. Über viele, viele Seiten wird nun die Geschichte dieser Beziehung aufgerollt, sie entwickelt sich quasi vor dem inneren Auge des Lesers. Es ist eine Geschichte über den Tod und die Trauer. Den Schmerz, das Loslassen (müssen), das Abschiednehmen, das Erinnern. Über versäumte Gelegenheiten, offen gebliebene Fragen, Verletzungen, Kränkungen… und trotz allem eine Verbundenheit, eine Vertrautheit, die letztlich in einem wechselweisen Zueinander und wieder Wegvoneinander gewachsen ist. “Fiel der Tod hinterrücks über ihn her oder ist Sterben etwas, wozu man am Ende seine Zustimmung gibt?” Hat der Verstorbene vielleicht gar geahnt, dass seine Zeit hier auf Erden zu Ende geht? Im Nachhinein lassen sich durchaus Hinweise finden… Es hat sehr viel tröstliches sich mit der Autorin gemeinsam über das Sterben, über den Abschied von einem Menschen auseinanderzusetzen. Und trotz allem: es ist kein trauriges Buch, es ist ein berührendes Buch. Es ist letztlich (über jeglichen Tod hinaus) ein Buch über die Liebe, über das Miteinander zweier Menschen. Es ist die Geschichte zweier Liebenden, die ihr Leben lang Wege suchen, miteinander sein zu können, einander zu respektieren, einander auch sein lassen zu können. “… es war ein Drahtseilakt, der fünfzehn Jahre dauerte und von der Kraft des Wünschens in Balance gehalten wurde.” Die Erzählerin muss das gemeinsame Haus ausräumen, Erinnerungsstücke sortieren – weggeben, aufheben? – wie verändern sich Dinge, wenn die Menschen dazu fehlen? “Die Erinnerungen sind so gegenwärtig, dass sie nicht Vergangenheit werden können, sie schicken unsere Sehnsucht in eine Zukunft voraus, von der wir wissen, dass sie für alle Zeiten von uns abgeschnitten ist.” Es braucht Zeit, mit den Veränderungen, den Gegebenheiten fertigzuwerden. Die Realität zu akzeptieren. Die Autorin nimmt uns mit auf diesen Weg, mit all ihren Gedanken, Gefühlen, Überlegungen. Den vielen kleinen und großen Unwichtigkeiten, die sich plötzlich auftun, die gesehen, gehört werden wollen. “Nie zuvor war es mir bewusst geworden, wieviel Robustheit die Wirklichkeit uns abverlangt, wie schmal der Streifen Leben ist, auf dem man sich frei von Angst bewegen kann.” Ein Jahr Trauerzeit, ein Jahr der Veränderungen. Die Erzählerin geht durch alle Stadien des Schmerzes, des Abschiednehmens. Kein Tarnen und Täuschen, kein Darüberhinweg-agieren. Kein Verdrängen. Sondern sich einlassen. “Noch immer erfüllt Jeromes Gegenwart das Haus, er ist der Zwischenraum zwischen den Dingen, die Zeit zwischen den Minuten.” Und sie schafft es schließlich, die Erzählerin, die weiter lebt, während der Geliebte nicht mehr auf dieser Erde weilt, einen Abschied und ein Weiterleben dieser Liebe zugleich geschehen zu lassen. Ich lege es schwer aus der Hand, das Buch, es hat mich tief in meinem Innersten berührt. Der letzte Satz: “So hätte es doch sein können, nicht wahr?”</p>
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		<title>Vom unbegrenzten Funktionieren müssen</title>
		<link>https://www.klug.or.at/vom-unbegrenzten-funktionieren-muessen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karin Klug]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jan 2013 13:57:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Essay, Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>(Veröffentlicht: Klipp, 2012)   Wer gerade einen Kummer durchlebt, einen großen Verlust erleiden musste oder von einer Flut negativer Ereignisse überrollt wurde, weiß was ich meine: Wir können nicht immer funktionieren. Immer weitermachen, als wäre nichts geschehen. Manchmal ist der Schmerz zu groß, die Verzweiflung steckt als wilder Schrei im Hals und der Alltag scheint unbewältigbar. Während in manch anderen Kulturen noch ausreichend Platz eingeräumt wird für Trauer, für Seelenarbeit, gilt bei uns vielmehr: Zähne zusammenbeißen und durch. Die Welt geht nicht unter. Und vor allem: die Welt wartet nicht. Man kann doch nicht einfach der Arbeit fernbleiben, nur weil man Liebeskummer hat. Ein geliebtes Haustier verloren hat. Von seinen Sorgen erdrückt wird. In anderen Kulturen würde niemand erwarten, dass wir einfach weiterhin funktionieren, wenn wir gerade schlimme (Seelen) Schmerzen erleiden. Trauerzeit, Auszeit, Rückzug, warten bis die Seele sich wieder erholt hat. Zeit lassen, um die Selbstheilung in Gang zu setzen. Das ist bei uns schon nahezu in Vergessenheit geraten. In unserer modernen Leistungsgesellschaft können wir uns das nicht mehr leisten. Wir müssen funktionieren,  immer und überall – ob Todesfall, Trennung, Streit, Krankheit, Schmerzen, schlimme Nachrichten… der Alltag geht weiter, muss weitergehen, da gibt es keine Ausrede. Wegen ein bisschen Seelenschmerz bleibt man nicht zu Hause und jammert. Und leidet. Wir dürfen uns keine Schwäche erlauben. Wir müssen uns zusammenreißen. Unsere Seele aber braucht Zeit und Ruhe zum Verarbeiten, um Widrigkeiten zu verdauen, Vermutlich stehen deshalb Depressionen, Angsterkrankungen und Burnout bei uns so hoch im Kurs – der Preis für dieses ewige Funktionieren müssen, sich immer zusammenreißen müssen… bis es halt nicht mehr geht, bis manche halt rausfallen aus diesem unmenschlichen Spiel. Es braucht einen Ort und ausreichend Zeit, wo Trauer, Kummer, Schmerz, Verzweiflung sein dürfen. Wir nicht so tun müssen also ob. Es ist ok, mal „auszulassen“, nicht mehr zu können, sich im Bett zu verkriechen bis der ärgste Schmerz nachlässt. Trauer braucht Zeit, Liebeskummer braucht Zeit, loslassen und sich neu finden braucht Zeit… der Schmerz kommt in Etappen, wütet und verebbt dann wieder. Kommt von neuem in einer wütenden, tobenden Welle, durchfährt uns bis in die Fingerspitzen und zieht wieder ab… wenn wir ihn lassen, kommen und  gehen lassen, ihm den gebührenden Platz einräumen, ihm die Zeit geben, die es eben braucht. Eine Zeit, in der wir nicht funktionieren müssen, eine Ausnahmezeit, in der die Kaffeehäferl schmutzig am Tisch stehenbleiben dürfen und die Post sich ungelesen stapelt. Aus dem Alltag geworfen, den Boden unter den Füssen verloren, vom Schmerz zerrissen – manchmal müssen wir durch durch diese Flut von Gefühlen. Manchmal hilft nur Zeit. Hilfreich sind Freunde, die einfach nur da sind, die nicht drängen, uns nicht mit Weisheiten und guten Ratschlägen erschlagen. Freunde, die trösten, die in den Arm nehmen, die sich die gleiche Geschichte zum hundertsten Mal anhören und mitfühlend nicken. Die Kaffee kochen oder Tee und uns nicht übel nehmen, wenn wir jetzt gerade mal nicht so lustig und zuverlässig und unternehmungslustig sind wie sonst. Glücklich, wer in dieser Zeit einfach nur in den Arm genommen wird. Die besänftigende Vision von der liebenden Mutter, die in schlimmen Zeiten den Kakao ans Bett serviert, die Decke glattstreift. Morgen sieht die Welt schon wieder besser aus… und vielleicht summt sie dann ein Wiegenlied… so tröstlich durften wir vielleicht als Kind unseren Kummer ausleben. Unsere Seele braucht Zeit um mit einem Kummer fertigzuwerden. Dann erst, wenn wir ihr die Zeit geben und gönnen, kann ein Selbstheilungsprozess in Gang kommen, kann sich unser erschöpftes Selbst allmählich Stück für Stück wieder instand setzen, wieder Hoffnung schöpfen, wieder zu Kräften kommen. Natürlich, auch unser Alltag kann Halt geben in schlimmen Zeiten. Für manchen ist der tägliche Gang ins Büro die Struktur, die nötige Ablenkung von quälenden Gedanken. Es gibt nicht ein Patentrezept, aber eines ist dennoch gewiss: Wenn unsere Seele viel zu verdauen hat, wenn wir Seelenarbeit zu leisten haben, dann sollte dafür auch Platz sein dürfen. Wenn schwierige Zeiten kommen, tut es gut, ein bisschen Tempo rauszunehmen – wir können nicht nur funktionieren, wir sind Menschen, wir haben unser eigenes Tempo.</p>
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