Stimmen gegen den Krieg_8. März 2022
Internationaler Frauentag. Und es sind die Frauen, die auf der Flucht sind. Die alles zurücklassen müssen, was sie sich geschaffen, aufgebaut haben, die ihr Leben und das Leben ihrer Kinder retten müssen… weil ein paar Wahnsinnige meinen, sie müssten Krieg führen und andere Menschen töten. Nein, die Menschen sind nicht im Kampf gefallen, dem Krieg zum Opfer gefallen oder wie auch immer man das gerne formuliert: Menschen wurden und werden bestialisch ermordet, getötet von anderen Menschen. Ein nutzloser, sinnloser Krieg. Der nur Leid bringt. Wie jeder Krieg. Haben wir Menschen das noch immer nicht begriffen?
Tagtäglich sind mittlerweile alle Zeitungen voll mit Seiten über den Krieg. Radio, Fernsehen, Internet – überall Schlagzeilen, Bilder, Analysen, Kommentare, Spendenaufrufe, neue Hiobsbotschaften.
Unser neuer Alltag. Nach zwei Jahren Corona und Lockdown und co war da allerorts eine so große Sehnsucht nach Frühling, nach Leben, nach endlich wieder frei sein und genießen. Aufleben. Reisen. Ausgelassen, glücklich sein. Stattdessen: Krieg.
Wir haben die Pandemie in den Griff gekriegt, irgendwie… und was machen wir??? Wir führen Krieg. Wir zerstören alles, Mensch und Maus. Hat Putin extra noch die Coronakrise abgewartet, bevor er zugeschlagen hat?
Die Gedanken rumoren, rattern in meinem Kopf. Bereits 1,7 Millionen Menschen sind aus der Ukraine geflüchtet. Vor allem Frauen und Kinder. Die Männer mussten größtenteils bleiben. Um ihr Vaterland zu verteidigen. Viele werden in diesem Krieg sterben.
Auch in Graz werden zahlreiche Anlaufstellen für Flüchtlinge geschaffen. Sie werden bei uns in die Grundversorgung aufgenommen, sind krankenversichert, erhalten Zugang zum Arbeitsmarkt. So rasch es geht, sollen die Menschen wieder ins Leben integriert werden, eine Basis erhalten, um sich wieder aufzurappeln, einen Alltag gestalten zu können.
Niemand weiß, wie lange dieser Krieg dauern wird. Ein baldiges Ende ist nicht absehbar. Es kann Monate, Jahre dauern. Es kann schneller gehen, wenn Putin den Atomknopf drückt, die Lage vollends eskaliert, ein Weltenkrieg entsteht. Die Gefahr, dass wir unsere Welt komplett in Schutt und Asche legen, die gesamte Menschheit ausrotten, ist nahe wie nie.
Ich will und werde diese Tagebuchnotizen bzw. Auszüge davon bei meiner nächsten Lesung lesen. Im Herbst. Falls es dann noch eine Lesung gibt. Falls es mich noch gibt. Falls es diesen Text noch gibt. Aus heutiger Sicht ist nichts davon sicher.
Ich kann nur hoffen. Und beten. An die Menschheit, unsere Entwicklung, Weiterentwicklung glauben. Daran, dass es mehr Menschen gibt, die in Frieden leben wollen. Die alles daransetzen, dass wir Frieden haben auf dieser Erde. Ich setze auf die Jungen, die nächsten Generationen, die es hoffentlich besser machen, die einen weltweiten Friedensprozess weiterführen.