Alltagsallerlei

Sommer – in the city

Es ist Juli. Die Temperaturen schwanken tagsüber zwischen geschätzt 24 und 34 Grad. Wobei mir ersteres deutlich lieber ist. Gelegentlich regnet es. Oder es zieht ein Gewitter auf. Mit Blitz und Donner, manchmal sogar mit Hagel. Ich verbringe diesen Sommer in der Stadt. In meiner Heimatstadt. Jetzt, wo Schulferien sind und Uniferien, fühlt sich die Stadt angenehm leer an. Ist sie natürlich nicht. Lediglich der alltägliche Berufsverkehr auf den Straßen ist ein wenig weniger geworden. So manches Lokal oder Geschäft hat für ein paar Wochen geschlossen. Dafür quellen die Gastgärten über. Und die Einkaufsstraßen in der Innenstadt sind auch gut besucht. TouristInnen aus aller Welt. Aber davon bekomme ich ohnehin nicht allzu viel mit. Ich arbeite, aber wenig – es ist fast wie Urlaub. Auch andere, sonstige berufliche Termine und Verpflichtungen fallen im Sommer weg. Keiner da. Geschlossen. Ferienzeit. Gut so. Ich mag mich nicht gerne dem Mainstream anschließen, ich mache meinem Urlaub eher auf kleine Häppchen verteilt und abseits der Hauptreisezeiten.

Kulturell ist jetzt in der Stadt eine Menge los. Allerorts Konzerte, Kino, Lesungen, Theater… in Freien, auf offenen Bühnen, in Parks. Vieles davon sogar bei freiem Eintritt. Es wird nicht langweilig hier. Obwohl: sehr oft schaffe ich es dann ohnehin nicht, mir etwas anzusehen oder anzuhören. Irgendwann werde ich doch müde gegen Abend, freue mich aufs daheimsein. Urlaub auf Balkonien. Ja, ich sitze gern auf meinem kleinen Balkon, die Füße am Balkongeländer, manchmal Zeitung lesend, manchmal mit einem Glas Erdbeerfrizzante oder morgens mit einem Kaffee. Manchmal schaue ich einfach nur Löcher in die Luft, genieße das süße Nichtstun.

Heute Morgen war da ein Eichhörnchenpaar, am Baum gegenüber. Sie haben Abfangen gespielt. Immer um den Baumstamm herum. Sich verstecken, losrennen, abstoppen. Warten. Schauen. Lauern. Wieder losstürmen. Immer ringsum. Ohne einander je zu erwischen. Wie sie sich festhalten, scheinbar mühelose, mit ihren Pfötchen an der Baumrinde. Wie sie flink und behände den Stamm auf und runter düsen. Ein herrliches Schauspiel. Nur für mich. Letzte Woche war ich abends im Kino. Ein herrlicher Film über die Kraft des Yoga. Und gestern habe ich mir eine Massage gegönnt. Einfach so, mitten am Tag. Mit einer Freundin werde ich morgen in einem schattigen Gastgarten frühstücken gehen. Ach, es gibt so viele wunderbare Sachen, die man unternehmen kann. Da muss ich noch nicht mal wegfahren. Wobei ich natürlich auch gerne auf fremden, unbekannten Wegen unterwegs bin. Aber, wie gesagt, nicht zur Hauptreisezeit und nicht auf den üblichen ausgetretenen Touristenpfaden.