Vom Burnout zum Flow

Es war vor ein paar Monaten, da kam ein Email herein von Jörg Zwicker, Profimusiker, in der Steiermark zuhause. Er war Jahre zuvor in ein Burnout gerutscht, aus dem er sich Schritt für Schritt wieder herausgekämpft hatte. Als Zeichen seiner Genesung hat er im Vorjahr dann bei einem ungewöhnlichen Wettkampf teilgenommen….

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Und fast nebenbei war in Folge ein Buch entstanden, in dem Jörg seine Geschichte erzählt.

Er wollte aber nicht nur seine persönliche Perspektive einbringen, sondern auch Experten zum Thema Burnout zu Wort kommen lassen… und deshalb fragte er per Email an, ob ich wohl bereit wäre, ein paar Fragen zum Thema zu beantworten, die in sein Buch einfließen sollten.

Damit rannte er bei mir offene Türen ein. Derartige Projekte finde ich immer spannend und das Thema Burnout & Stress ist in meiner Arbeit in Praxis und Klinik quasi omnipräsent, ein andauernder Schwerpunkt.

Wir haben uns also zusammengesetzt, geplaudert, Jörg hat seine Fragen formuliert und ich habe versucht, so gut es geht, verständliche Antworten zu finden.

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Vor einigen Wochen ist es nun erschienen, das Buch von Jörg Zwicker: „30 Stunden Flow“, im best-off-Verlag. Ein 140 Seiten starkes Werk mit vielen Fotos bestückt und einer wirklichen faszinierenden Geschichte über persönliche Siege und Niederlagen, Hoffnung und Verzweiflung, innere Kämpfe und Durchhaltevermögen. Jörg erzählt, wie er als Profimusiker bei einem Styriarte-Konzert in Graz plötzlich nicht mehr spielen konnte, seine Arme versagten, mitten im Konzert – er bleibt regungslos bis zum Ende stehen und weiß: jetzt ist es soweit, jetzt muss sich etwas ändern. Er schreibt: „Aufgrund meiner Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit und inneren Leere neben den seltsamen, rein körperlichen Symptomen wusste ich: Ich war im Burnout“.

Jörg wählt einen sehr eigenen, ungewöhnlichen Weg aus der Krise. Und als Ziel, als Krönung für seinen langen Kampf, seinen Gesundungsprozess setzt er sich ein neues, ein ungewöhnliches Ziel: Als Naturmensch und Hobbysportler will er am Bordairline Adventure Race teilnehmen, einem 33 Stunden dauerndem Wettkampf, bei dem zwischen fliegen (Paragleiten) und gehen entschieden bzw. gewechselt werden muss. Nach 33 Stunden muss man wieder am Ausgangspunkt zurück sein – und sollte eine möglichst lange Strecke hinter sich gelegt haben… Abenteuer pur, und eine Herausforderung, die nur ein gesunder, körperlich und mental fitter, gut trainierter Mensch bewältigen kann.

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Jörg Zwicker hat seinen Drang zum Perfektionismus, sein Durchhaltevermögen, seinen eisernen Willen dazu eingesetzt, wieder gesund zu werden. Er hat sich Unterstützung von verschiedenen Seiten geholt und das Unmögliche möglich gemacht. Er ist heute weiterhin als Musiker aktiv, unterrichtet an zwei Kunstuniversitäten, ist staatlich geprüfter Bergführer, Trainer, Mediator und Mentalcoach. Mehr Infos auf seiner Webseite.

Ich freue mich, dass ich Jörg kennenlernen und an dem Buch mitwirken konnte. Möge es viele andere Menschen inspirieren und ihnen Mut machen. Es ist alles möglich, wenn man daran glaubt!

Hier nochmal die Buchinfo:

Jörg Zwicker: 30 Stunden Flow. Vom Burnout zum Adventure Race. Best-off-Verlag, 1. Auflage 2016.

Und ein Video, das Jörgs Geschichte zeigt.

(Fotos von Jörg Zwicker)