Die Lyrik aus ihrem Schattendasein holen…
… das war das erste, das mir eingefallen ist, als ich gefragt wurde, warum ich das mache. Was mache? Die Lesereihe und die Facebook-Gruppe Lyrik.Treff.Punkt initiieren, aufbauen. Und natürlich: Menschen zusammenbringen. Ideen austauschen. Kunst schaffen. Gemeinsam Projekte starten. Der Kreativität Raum geben. Miteinander künstlerische Projekte jonglieren – Ideen. Worte. Töne. Bilder. Visionen.
Darf ich auch sagen: die Welt verändern. Ein kleines bisschen. Gemeinsam Neues schaffen – und nichts wird mehr sein, wie es bisher war. Gedanken, die Worte werden. Und Handlungen. Taten. Und wahrnehmbare Ergebnisse. Aus dem Innen ein Außen machen. Und damit das Innen berühren.
Das Zusammenarbeiten und Denken über verschiedener Kunstsparten hinweg hat mich seit jeher fasziniert. Lyrik. Oft ein paar Worte nur. Hingeworfen, scheint’s. In Bildern gedacht. Getanzt. In Körper verwoben. Bewegung. Zu Musik, zu Klängen und Tönen gemacht.
Den Raum weiten. Wenige Sätze, die Welten zu eröffnen vermögen. In ungeahnte Tiefen hinabsteigen. Oder in luftigen Höhen tänzeln. Kunst, die alles Leben zu durchdringen vermag. Aufnimmt. Verwandelt. Kunst heißt immer auch und zuallererst: Neus erschaffen.
Noch nie Gedachtes. Getanes.
Als Psychologin interessiert mich die Entwicklung des Menschen. Die Menschwerdung. Über die gesamte Lebensspanne hinweg. Die Entwicklung eines Menschen hin zu eigenständigem Denken. Zu (Selbst-)Bewusstsein. Wie Entscheidungen getroffen werden. Zwischen Gut und Böse mäandert, unterschieden wird. Wieviel Graubereich dazwischen erlaubt, vorstellbar, für möglich gehalten wird.
Die Graubereiche, die sind ja das Spannende. Die Kollisionen, Konflikte, (vermeintlichen) Unvereinbarkeiten. Missverständnisse. Kommunikationsherausforderungen…
Und hier kann und darf und soll die Kunst ansetzen. Schau mal dazwischen, in die unendlichen Weiten zwischen schwarz und weiß. Und wie sich schwarz und weiß ändern im Lauf der Zeit. Der Erinnerung. Eines Menschenlebens. Viel Stoff ist hier zu finden.
Und die Lyrik speziell, die Verknappungen, die Konzentration auf das Wesentliche, auf das Unerhörte, Ungesagte, das meist nur zwischen den Zeilen zu finden ist. Das Erzählen in Bildern und Klängen, das Rütteln an Gefühlen, das oft unerklärliche aber doch: Wissen. Spüren. Ahnen.
Wo die Reise hingehen soll? Der Name ist Programm. Lyrik.Treff.Punkt.
Das Gemeinsame, Übergeordnete, Verbindende möge die Lyrik sein – in allen Variationen und Spielarten. Von ganz klein bis ganz groß. Lang oder kurz. Prosaistisch oder dadaistisch. Gereimt. Oder nicht. Streng nach Form. Oder alle Formen sprengend. Neues Terrain erkundend. 1sprachig. 2sprachig. 3sprachig. Und mehr. Auch hier darf alles aufeinandertreffen. Angedeutet. Gehaucht. Es schwingt. Das Spiel mit Buchstaben, Silben, Worten. Schön: im gemeinsamen hin & her etwas entwickeln, entstehen lassen. Inspiriert vom Rauschen der Natur. Dem Rauschen in unseren Körpern, Köpfen und Herzen.
Gemeinsam in und mit dem Bild, dem Ton, der Skulptur verschmelzend. In Dialog tretend. Sich unterscheidend. Sich reibend. Das sagt der Treff. Treffen wir uns. Von allen Richtungen und Höhen. Lassen wir uns aufeinandertreffen. Kunstbereiche, die sich begegnen dürfen. Und gemeinsam neues kreieren. Ungesagtes. Umgedachtes. Unerhörtes. Im Spiegel der Zeit. Mit den Themen der Zeit. Oder auch nicht. Im Diskurs. Im gemeinsamen abwägen, betrachten, weiterreichen. In der Vielfalt der Meinungen. Lassen wir uns Grenzen erforschen. Die Ränder. Die neuen Universen. Geben wir uns die Hand und gehen wir gemeinsam. Voller Respekt. Mit tiefer Wertschätzung. Und Punkt.
Lyrik.Treff.Punkt
lassen wir wieder mehr lyrik in unser leben
lesend, schreibend, lauschend, genießend
gemeinsam
sich inspirieren lassen
aufrütteln
unterhalten
sich berühren lassen
miteinander
voneinander
im ganz kleinen wie im
ganz großen
etwas bewegen
schenken wir der lyrik
raum & zeit