Alltagsallerlei

ADHS – und jetzt?

Ein paar Monate sind vergangen seit der Erkenntnis & Diagnose ADHS. Anfangs fast Jubel, auf jeden Fall Erleichterung, Entlastung – endlich, endlich eine Erklärung für so vieles in meinem Leben, das nie zu passen schien, sich nur schwierig, mühsam, beschämend angefühlt hatte.

Plötzlich schien alles klar. Geklärt.

Und dann kamen die Wellen.

Zum einen: Alles zum Thema lesen, lernen, alle in meinem Umfeld informieren, Wirbel schlagen… und dann plötzlich die Zweifel, Bedenken: vielleicht doch ein Irrtum, vielleicht ja doch nicht so schlimm. Vielleicht am besten einfach auf sich beruhen lassen. Ist ja nur ein label. Ändert ja nichts. Ich weiß es jetzt – na und?!

Dann wieder: wie bedeutsam diese ADHS Sache doch war und ist in meinem Leben. Die unglaubliche Anstrengung. Das Maskieren. Das sich-Bemühen. Heute sogar bedeutsamer denn je. Weil so viele skills wegfallen, das masking runterfährt, weil, weil, weil… weil womöglich auch Autismusanteile da sind… die ich abklären könnte… sollte… müsste?

Oder auch nicht.

Ein auf & ab. Es gibt Tage, da interessiert mich das Thema gar nicht. Und dann wieder ploppt es auf und verschlingt mich nahezu. Ich lese und höre und merke: all das betrifft mich. 100 %. Das bin ich. Ich kann nicht mehr wegschauen. Ich weiß aber auch nicht, was tun damit. Welche Konsequenzen daraus ziehen. Und vor allem: wem sagen, erklären, mitteilen? Und wie? Das ist nahezu der schwierigste Part. Anderen zu erklären, was ADHS ist. Autismus. Wo ich mich doch selbst erst einarbeite in die Komplexität dieser Neurodivergenzen. Was das für mich, mein Leben, mein Umfeld bedeutet. Bedeuten kann. Bedeuten wird. Bedeutet hat. Seit jeher.