narben
so sind wir fortlaufend
beschriebene blätter
mit schrammen und spuren
gezeichnet in raues hautgewebe
die erzählen von gelebten verirrten
verwirrten und glücklichen tagen
so schwanken wir manchesmal trunken
durch wildnis und busch
unter hitzigem himmel auf
feuchter erde
stets auf der suche und
immer noch staunend
dass so ein straucheln
uns dennoch voranbringt
und weiter
zählen die narben
zeugen sie doch von
hinterlassenen spuren
in alte rinde geritzt
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Heinz Payer (Zeichnung) und Karin Klug in Reaktion auf das Gedicht „an solchen tagen“ von Martin Krusche und das Foto von Richard Mayr im Band „An solchen Tagen“ von Martin Krusche & Richard Mayr, edition keiper, 2024)
