Alltagsallerlei

Abschiede

Was kommt mit dem eigenen Älterwerden – unausweichlich: die Abschiede.

Das Krankwerden und Sterben von Bekannten, KollegInnen, Freundinnen, Freunden, Familienmitgliedern. Langsam und vorhersehbar, plötzlich und unerwartet.

Die Verluste von Menschen, die man gekannt, geliebt, geschätzt, gemocht hat, die häufen sich.

Selbst wenn der letzte Kontakt zu diesem Menschen lange her ist, man wusste, es gibt diesen Menschen, er lebt, lebt sein Leben irgendwo auf dieser Erde.

Und dann ist er oder sie plötzlich nicht mehr da. Es gibt diesen Menschen nur mehr in unserer Erinnerung. Auf alten Fotos, auf social media Kanälen, die (noch) nicht gelöscht sind. Emails, Briefe, Sprachnachrichten, Videos vielleicht.

Damals, früher.

Heute nicht mehr.

Die Endlichkeit rückt näher. Macht sich bemerkbar. Rüttelt an uns. Ob wir wollen oder nicht.

Ja, es gibt Vorteile, Vergnüglichkeiten, Freiheiten, Schönes, das auch im Alter noch kommt, kommen mag.

Unausweichlich aber auch: die Abschiede.

Selbst wenn man es weiß, wusste, dass es so kommen wird, erst im realen Erleben dieser Verluste, dieses „nie mehr wieder“ lässt sich dessen Bedeutung, Schwere, das Unglaubliche, der Schmerz ermessen.

Es gehört zum Menschsein dazu. Das eigene Sterben. Und das Sterben der anderen.

Unsere Kunst, ja Aufgabe: zu leben, das Leben auszukosten, solange es geht, solange es möglich ist.